Do it yourself – by bookahontas #2

Meanwhile

Während ich zuhause Sitz und warte, dass was passiert,
Gehst du raus und zeigst dich der Welt, dich und deine Genialität.

Ich Guck Serien, einer nach der anderen und warte, dass was passiert.
Du gehst raus verzauberst sie mit deinem Lächeln, deinem Glanz.

Ich sag mir, dass es bald besser wird und warte, dass was passiert.
Du bist in deinem Element und überzeugst mit deiner Stärke und Sympathie.

Während ich zuhause Sitz und warte neu geboren zu werden,
Bist du draußen und zeigst Ihnen deine Lebensfreude.

– by bookahontas
Werbeanzeigen

Träume, Sehnsüche & Sucht

Fang niemals an zu träumen, denn du wirst dich nur verlieren. Die reale Welt wird aufgegeben, der Alltag ist nicht mehr gut genug. Harmlos fängt es an, prägt sich aus: Begeisterung, Euphorie, Sucht, Neid. Was würde man dafür geben, in einer anderen Welt leben zu dürfen. Innerlich fängt es an dich zu zerstören, es frisst ein Loch, größer und größer. Leerer und leerer. Mit nichts zu füllen, außer Wunschgedanken, die dich gleichzeitig zerreißen. Und irgendwann steht man allein da, auf eiskaltem Entzug. Der Stoff ist alle, die letzte Seite verschlungen, hilflos. Erste Erscheinungen treten auf. Pure Verzweiflung, blanke Sehnsucht nach etwas, das nicht existiert. Traumschlösser aus Schatten, die dazu verlocken sich hängen zu lassen. Zerfallen. Das, was man haben will, gibt es nicht. Alles erscheint grausam, nicht gut genug, langweilig. Dabei ist man zu höherem bestimmt! Oder? Nein, ist man nicht. Man ist lediglich in eine Falle getappt. Wie ein Insekt im Spinnennetz, kommt man nicht hinaus. Klebt fest. Wünsche und Träume sind doch was positives, sagen sie. Stimmt nicht, sage ich, denn sie machen dich mehr kaputt, als eine klare Niederlage oder Absage. Du kannst nicht mit etwas abschließen, was dein Zuhause war. Etwas, wo du dich wohlgefühlt hast. Etwas, was nicht mal existiert. Noch viel Spaß, denn du bist allein und niemand kann dir helfen. Du wirst nie das bekommen, was du wirklich begehrst. Noch ein schönes, unvollkommenes Leben. Und herzlichen Glückwunsch an alle Autoren, die mich geködert haben. Die mir eine Welt geboten haben, die ich mehr liebe, als die unsere.

Do it yourself – by bookahontas #1

Time 
Und ich sehe zu,
Wie der Sekundenzeiger schleicht
Wie immer auf dem selben Pfad
Dreht er seine Kreise
Sehe ich zu.
Und ich schaue zu,
Wie der Stundenzeiger rast
Wie immer auf dem selben Pfad
Dreht er seine Kreise
Schaue ich zu.
Und ich sehe zu,
Wie die Zeit vorbei zieht
Immer auf einem anderen Pfad
Nimmt sie ihren Lauf
Schaue ich machtlos zu.
– by bookahontas

Dieses Mal, nach langer Zeit, etwas von mir persönlich. Haut in die Tasten, freue mich auf eure Kritiken!
❤ bookahontas

bookahontas‘ Specials – Top or Flop? #1: City of Bones

Ach ja, die gute Cassandra Clare hat die junge Mädchen-Fantasy-Fangemeinde schon mit ihren Büchern stark bereichert. Allerdings teilen sich die Meinungen ziemlich stark über ihre Werke. Viele finden sie zu kitschig, zu undetailliert, hervorsehbar oder gar langweilig. Und dann gibt es da noch die krassen Befürwörterinnen, die sich wahrscheinlich beide Arme abhacken lassen würden um Teil dieser Welt sein zu dürfen. Ich kann beide Seiten sehr gut nachvollziehen, zum einen sind manche Stellen so öde und überflüssig, dass ich nicht verstehen konnte warum es dieses Buch überhaupt geschafft hat zu existieren, aber dann, und jetzt versteht mich bitte nicht falsch, bekommt Cassandra Clare es hin, mich zu verzaubern. Mit ihrer Wortwahl und derart guten Beschreibungen von Gefühlen und ihrer erschaffenen Welt, dass ich alles um mich herum vergessen konnte.

Und nur kurze Zeit später,

habe ich dennoch mal wieder das Verlangen, das Buch an die Wand zu werfen.

Also was sagt ihr, Top or Flop?

bookahontas‘ Specials – Kennt ihr schon? #2

Aus dem Buch letzter Woche (Neonomade):

Alles in allem – Bas Böttcher

Im Kino kann man all das in groß angucken,
was man sonst nur in klein oder gar nicht angucken kann.
Im Kino kann man was erleben ohne sich zu bewegen.
Im Kino kann man Spaß haben auch wenn der Film schlecht ist
Doch das beste am Kino ist, dass auch du ein Teil vom Kino bist.

In Anbetracht dessen und ganz allgemein
kann man sagen im Großen und Ganzen
ist alles in Allem das Kino nicht schlecht
Aber schau mal dagegen: Die Großstadt!

In der Großstadt wohnen hauptsächlich Großstädter.
Aus der Großstadt kann man jederzeit ins ländliche Umland fliehen.
In der Großstadt kann man anonym bleiben, ohne dass es überhaupt jemand bemerkt.
Doch das beste an der Großstadt ist, dass auch du ein Teil der Großstadt bist.

Und außerdem enthält halt
die Großstadt sowieso schon Kino.

In Anbetracht dessen und ganz allgemein
kann man sagen im Großen und Ganzen
ist alles in Allem das Kino nicht schlecht
und auch alles in Allem die Großstadt nicht schlecht
Aber schau mal dagegen: Die Welt!

Die Welt ist so wunderbar, dass sich sogar eine Zeitung nach ihr benannt hat.
Die Welt schenkt uns ihre Schätze, obwohl wir sie täglich mit füßen treten.
Die Welt übt auf alle ihrer Bewohner eine ganz besondere Anziehungskraft aus.
Doch das beste an der Welt ist, dass auch du ein Teil der Welt bist.

Und außerdem enthält halt
die Welt all die Großstädte sowieso und Kino.

In Anbetracht dessen und ganz allgemein
kann man sagen im Großen und Ganzen
ist alles in Allem das Kino nicht so schlecht
Und auch alles in Allem die Großstadt nicht schlecht
Und auch alles in Allem die Welt nicht schlecht
Aber schau mal dagegen: Das Weltall

Das Weltall ist einfach das Größte
Das Weltall ist so wunderbar und unerforscht,
dass man noch nicht einmal weiß, wie wunderbar und wie unerforscht es eigentlich ist.
Doch das beste am Weltall ist, dass auch du ein Teil vom Weltall bist.

Und außerdem enthält halt das Weltall
das Sonnensystem und die Welt all
die Großstädte sowieso und Kino.

In Anbetracht dessen und ganz allgemein
kann man sagen im Großen und Ganzen
ist alles in Allem das Kino nicht schlecht
Und auch alles in Allem die Großstadt nicht schlecht
Und auch alles in Allem die Welt nicht so schlecht
Und auch alles in Allem das Weltall nicht schlecht
Aber schau mal dagegen: Die Liebe!


Wie immer mit Verspätung…tut mir leid, wieder einmal sehr beschäftigt. Hoffe wir sehen uns morgen pünktlich! bookahontas ❤

Buchvorstellung/Kritik #9 – Neonomade

IMG_2336Bas Bötttcher‘s Neonomade ist ein Buch, welches mit den Bühnentexten des Autors gefüllt ist. Hierbei handelt es ich um tiefgründige Lyrik, die sich aus den Komponenten Klang, Zeit  und Sinn zusammen setzt. Bas Böttcher selbst, ist deutscher Schriftsteller und ein sehr bekannter Poetry-Slamer.

Das Buch erschien 2009 im Voland & Quist Verlag. Mit enthalten ist neben den 20 Texten auch eine CD auf der man sich die Inhalte anhören kann.

Zum Inhalt:

Bas Böttcher verpackt, so scheint es, seinen Alltag, seine Probleme und Meinung in diesem Buch. Dennoch befasst sich jeder Text mit einem anderen spezifischem Thema, so dass keine Langeweile aufkommt.

Hier ein exklusiver Ausschnit aus seinem Werk „Diesige Tage“:

An diesigen Tagen wie diesem sitzen wir immer in meim
Zimmer auf der Heizung. Ich les Zeitung und Du schaust raus.
Solln wir in den Regen geh´n oder daheim bleiben
und ein geschmeidigen Reim auf die beschlagene

Scheibe schreiben und beschreiben, wie die nassen
Wassermassen ewig gegen Gehwegplatten prasseln, sich durch
Gassen ergießen und in den Gully fließen, während
wir im warmen Raum die kühlen Schauer genießen.

Meine Meinung:

+: Ich liebe den einzigartigen Stil des Autors! Zu dem finde ich es großartig, wie er seine Angelegenheiten anderen Menschen so gut zugänglich macht, dass jeder sich irgendwie angesprochen und einbezogen fühlt. Ich war wie verzaubert!

:Teilweise ist das Buch zum lesen wirklich etwas holprig, da es halt einfach für die Bühne ausgelegt ist und mit der richtigen Betonung vorgetragen werden muss. Dies ist allerdings kein großes Problem, da ja, wie schon gesagt eine CD enthalten ist.

Empfehlenswert? Für wen?

Für dich.


Interesse?

Leseprobe

Das Buch bei Amazon

Weitere Bücher von Bas Böttcher

bookahontas‘ Specials – Kennt ihr schon? #1

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Ich, ich bin der Meister der Streiche, wenn´s um Selbstbetrug geht.
Bin ein Kleinkind vom Feinsten, wenn ich vor Aufgaben stehe.
Bin ein entschleunigtes Teilchen, kann auf keinstem was reißen,
lass mich begeistern für Leichtsinn – wenn ein anderer ihn lebt.

Und ich denke zu viel nach.
Ich warte zu viel ab.
Ich nehme mir zu viel vor –
und ich mach davon zu wenig.

Ich halte mich zu oft zurück –
ich zweifel alles an,
ich wäre gerne klug,
allein das ist ziemlich dämlich.

Ich würde gern so vieles sagen
aber bleibe meistens still,
weil, wenn ich das alles sagen würde,
wär das viel zu viel.

Ich würde gern so vieles tun,
meine Liste ist so lang,
aber ich werde eh nie alles schaffen –
also fange ich gar nicht an.
Stattdessen hänge ich planlos vorm Smartphone,
warte bloß auf den nächsten Freitag.
Ach, das mach ich später,
ist die Baseline meines Alltags.

Ich bin so furchtbar faul
wie ein Kieselstein am Meeresgrund.
Ich bin so furchtbar faul,
mein Patronus ist ein Schweinehund.

Mein Leben ist ein Wartezimmer,
niemand ruft mich auf.
Mein Dopamin, das spare ich immer –
falls ich´s nochmal brauch.

Und eines Tages, Baby, werde ich alt sein. Oh Baby, werde ich alt sein
und an all die Geschichten denken, die ich hätte erzählen können.

Und Du? Du murmelst jedes Jahr neu an Silvester
die wiedergleichen Vorsätze treu in dein Sektglas
und Ende Dezember stellst Du fest, das du Recht hast,
wenn Du sagst, dass Du sie dieses Jahr schon wieder vercheckt hast.

Dabei sollte für Dich 2013 das erste Jahr vom Rest deines Lebens werden.
Du wolltest abnehmen,
früher aufstehen,
öfter rausgehen,
mal deine Träume angehen,
mal die Tagesschau sehen,
für mehr Smalltalk, Allgemeinwissen.
Aber so wie jedes Jahr,
obwohl Du nicht damit gerechnet hast,
kam Dir wieder mal dieser Alltag dazwischen.

Unser Leben ist ein Wartezimmer,
niemand ruft uns auf.
Unser Dopamin das sparen wir immer,
falls wir´s nochmal brauchen.

Und wir sind jung und haben viel Zeit.
Warum sollen wir was riskieren,
wir wollen doch keine Fehler machen,
wollen auch nichts verlieren.

Und es bleibt soviel zu tun,
unsere Listen bleiben lang
und so geht Tag für Tag
ganz still ins unbekannte Land.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein,
und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können
und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden,
traurige Konjunktive sein wie

“Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen
und einmal wäre ich beinah bis die Wolken wieder lila waren noch wach gewesen
und fast, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen, wir sind die Gleichen,
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.”

Werden wir sagen.

Und das wir bloß faul und feige waren,
das werden wir verschweigen,
und uns heimlich wünschen,
noch ein bisschen hier zu bleiben.

Wenn wir dann alt sind
und unsere Tage knapp,
und das wird sowieso passieren,
dann erst werden wir kapieren,
wir hatten nie was zu verlieren –
denn das Leben, das wir führen wollen,
das können wir selber wählen.

Also lass uns doch Geschichten schreiben,
die wir später gern erzählen.
Lass uns nachts lange wach bleiben,
auf´s höchste Hausdach der Stadt steigen,
lachend und vom Takt frei die allertollsten Lieder singen.
Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen,
sehen, wie sie zu Boden reisen
und die gefallenen Feste feiern,
bis die Wolken wieder lila sind.
Und lass mal an uns selber glauben,
ist mir egal, ob das verrückt ist,
und wer genau guckt, sieht,
dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist.
Und – wer immer wir auch waren –
lass mal werden wer wir sein wollen.
Wir haben schon viel zu lang gewartet,
lass mal Dopamin vergeuden.

“Der Sinn des Lebens ist leben”,
das hat schon Casper gesagt,
“let´s make the most of the night”,
das hat schon Kesha gesagt.
Lass uns möglichst viele Fehler machen,
und möglichst viel aus ihnen lernen.
Lass uns jetzt schon Gutes sähen,
dass wir später Gutes ernten.
Lass uns alles tun,
weil wir können – und nicht müssen.
Weil jetzt sind wir jung und lebendig,
und das soll ruhig jeder wissen,
und – unsere Zeit die geht vorbei.
Das wird sowieso passieren
und bis dahin sind wir frei
und es gibt nichts zu verlieren.

Lass uns uns mal demaskieren
und dann sehen, wir sind die Gleichen,
und dann können wir uns ruhig sagen,
dass wir uns viel bedeuten,
denn das Leben, das wir führen wollen,
das können wir selber wählen.

Also los, schreiben wir Geschichten,
die wir später gern erzählen.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein

und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.

-written by Julia Engelmann (Eines Tages, Baby / Reconning Text)


Ich liebe dieses Meisterwerk von Julia Engelmann. Vor allem natürlich der besondere Rhythmus und dann noch die großartigen Metaphern! Auch der Inhalt spricht mich sehr an, er hilft mir manchmal mich aufzuraffen oder mich mehr zu trauen, und ich glaube die Aussage, die er vermittelt ist grade in der jetzigen Zeit für viele sehr wichtig.


Hallo,

hatte viel zu tun in letzter zeit deswegen kommt dieses Special etwas später, sorry. schönes Wochenende euch! ❤ bookahontas